Untreue

Die Untreue ist geregelt in § 266 StGB und stellt eine Zentralnorm im Wirtschaftsstrafrecht dar. Dies liegt vor allem an den hohen Gesamtschäden, die auf die Verwirklichung von Untreuedelikten zurückzuführen sind. Nach der Rechtsprechung des BGH ist nicht der Missbrauch der Vertrauensstellung das Schutzgut der Vorschrift, sondern der daraus resultierende Vermögensschaden.

 

Die Vorschrift der Untreue ist verfassungsrechtlich nicht unumstritten. Das liegt daran, dass zur Konkretisierung des Untreuetatbestandes auf zivilrechtliche Vorschriften zurückgegriffen wird und die darin enthaltenen Pflichtenkonstellationen in den Tatbestand der Untreue „hineingelesen“ werden. Trotz der daraus resultierenden Bedenken im Hinblick auf das Bestimmtheitsgebot des Art. 103 II GG hat das BVerfG die Vorschrift für verfassungskonform erklärt.

 

Die Verwirklichung des Delikts setzt eine Zugriffsmöglichkeit auf fremdes Vermögen voraus. Das erfordert in der Regel eine gewisse Position innerhalb betrieblicher Strukturen. Dies macht die Vorschrift zu einem „Managerdelikt“.

 

Untreueähnliche Delikte sind Scheck- und Kreditkartenmissbrauch (§ 266b StGB) sowie Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (§ 266a StGB).