Medizin- & Pharmastrafrecht

In der Vergangenheit standen im Medizinstrafrecht (auch Arztstrafrecht genannt) das strafbewehrte Verhalten des Arztes im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeiten in den Bereichen von Diagnostik, Therapie und Nachsorge im Fokus. Einschlägige Delikte in diesem Bereich sind die vorsätzliche oder fahrlässige Körperverletzung, die unterlassene Hilfeleistung sowie die Sterbehilfe oder die Tötung auf Verlangen.

 

Heutzutage geraten die Wirtschaftsstraftaten im Gesundheitswesen zunehmend in den Mittelpunkt des Medizinstrafrechts. Hierzu zählen der Abrechnungsbetrug, die Untreue im Rahmen ärztlicher Leistungserbringung sowie die Korruptionsdelikte.

 

Strafbewehrtes ärztliches Fehlverhalten kann sehr weitreichende strafrechtliche und außerstrafrechtliche Folgen nach sich ziehen, wie ein Berufsverbot oder den Widerruf der Approbation.

 

Das Pharmastrafrecht oder auch Arzneimittelstrafrecht wird geprägt von einer Vielzahl verschiedener Gesetzte, die unter dem Einfluss europäischer und zum Teil völkerrechtlicher Regelungen stehen. Als rechtliche Grundlagen des nationalen Rechts sind zu nenne das Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (AMG), das Medizinproduktgesetz (MPG), das Grundstoffüberwachungsgesetz GÜG, das Apothekengesetz (ApoG), das Heilmittelwerbegesetz (HWG) sowie das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Daneben existieren europarechtliche Vorgaben und international anerkannte Regeln.