Kapitalstrafrecht

Der Begriff des Kapitalstrafrechts umfasst alle vorsätzlich begangenen Tötungsdelikte wie Mord, § 211 StGB und Totschlag, § 212 StGB. Kapitalstrafsachen haben in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung. Bei der Verurteilung wegen Mordes droht unweigerlich eine lebenslange Freiheitsstrafe, die bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen durch die Annahme der besonderen Schwere der Schuld und die Anordnung der Sicherungsverwahrung verschärft werden kann.

 

Die Anforderungen an die Verteidigung sind in diesen Verfahren besonders hoch. Es bedarf fachspezifischer Rechtskenntnisse (materiell wie prozessual) sowie fachübergreifender Kenntnisse auf den Gebieten der Forensik, Rechtsmedizin und Kriminalistik sowie der Psychologie und Psychiatrie um eine effektive Verteidigung gewährleisten zu können.

 

Auch auf Seiten der Justiz werden diese Verfahren durch Spezialisten geführt. Bei der Staatsanwaltschaft werden die Ermittlungen durch Staatsanwälte geführt, die ausschließlich mit Kapitalstrafsachen betraut sind. Gerichtlich ist ausschließlich das Schwurgericht zuständig.

 

Eine weitere Besonderheit erfahren Kapitalstrafsachen durch die oft reißerischen Darstellungen in der Regenbogenpresse. Diese Darstellungen in der Öffentlichkeit erhöhen spürbar den Druck auf den Mandanten. Es ist die Aufgabe der Verteidigung, diesem Druck stand zu halten.