Insolvenzdelikte

Das Insolvenzstrafrechts umfasst alle Vorschriften, die das Insolvenzverfahren als Verfahren der Gesamtvollstreckung aller Gläubiger gegen einen Schuldner im Interesse der gleichzeitigen quotenmäßigen Befriedigung der Gläubiger mit den Mitteln des Strafrechts sichern. Das Interesse der Gläubiger besteht in der gemeinschaftlichen Befriedigung ihrer geldwerten Ansprüche gegen den Schuldner. Damit ist das Rechtsgut der Vorschriften das Vermögen der Gläubiger.

 

Die Vorschriften des Insolvenzstrafrechts befinden sich im 24. Abschnitt des StGB. Namentlich handelt es sich um den Bankrott (§§ 283, 283a StGB), die Verletzung der Buchführungspflicht (§ 283b StGB), die Gläubigerbegünstigung (§ 283c StGB) und die Schuldnerbegünstigung (§ 283d StGB). Die Insolvenzverschleppung ist in § 15a InsO geregelt.

 

Den Vorschriften des Insolvenzstrafrechts steht die Vorschrift des Vereitelns der Zwangsvollstreckung (§ 288 StGB) nahe. Im Unterschied zu den Insolvenzdelikten, die die Gesamtheit der Gläubiger in der Gesamtvollstreckung schützen, schützt § 288 StGB das Individualinteresse eines Gläubigers in der Einzelvollstreckung.