Ehescheidung

Voraussetzungen der Ehescheidung:

Eine Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Das Scheitern der Ehe ist somit der einzige Scheidungsgrund.

Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen. Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt. Darüber hinaus  wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben.

Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben (Trennung zwischen Tisch und Bett).

 

Verfahrensrechtliche Besonderheiten:

Vor dem Familiengericht müssen sich die Ehegatten in Ehesachen und Folgesachen durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Bezüglich der Stellung eines Scheidungsantrags besteht somit Anwaltszwang.

Über die Scheidung und Folgesachen ist zusammen zu verhandeln und zu entscheiden (sog. Verbund). Folgesachen können zum Beispiel sein Versorgungsausgleichssachen, Unterhaltssachen, Ehewohnungs- und Haushaltssachen, Güterrechtssachen und Kindschaftssachen.